Ein
Buch für Afrika
In ihrem Buch erzählt Roswitha Feuchtwanger-Born ohne Scheu
und Beschönigung von den uns oftmals befremdlich erscheinenden
Riten und Lebensumständen, aber gerade eben auch von den
bereichernden Erfahrungen, die sie im Rahmen ihrer Arbeit machen
konnte.
Buchtitel: "Brücke zwischen zwei Kontinenten"
Paperback
408 Seiten inkl. 16 Seiten farbige Abbildungen.
pro literatur Verlag - Mering
ISBN 978-3-86611-306-0
Euro 26,00
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Born.
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Klappentext/Kurzbeschreibung:
Eine Liebeserklärung an Land und Leute in Namibia, Angola,
Simbabwe. Und zugleich ein leidenschaftliches Plädoyer, die
Belange Afrikas ernst zu nehmen, nicht die Augen ob des eigenen,
problemreichen Alltags zu verschließen, weil:
ES
IST JA SO WEIT WEG!
Es
sind wunderbare, leidgeprüfte Menschen mit ihren eigenen
Träumen und Tabus, Ritualen und Glaubensideen; Menschen,
die sich danach sehnen, gehört, gesehen und angenommen zu
werden, auch wenn sie oft rauh erscheinen.
Eine
Brücke von hier nach dort bereichert unser Leben unerwartet
und unvergesslich. Es lohnt sich sie zu bauen.
Leseprobe:
Nach
Ruacana ist die Welt zu Ende.
Hier
wurde mir erklärt, was es mit den so genannten Witch-Doctors,
mit den Hexendoktoren, auf sich hat und ich muss sagen, eigentlich
stellte es mir alle Haare zu Berge (insofern sie dies nicht durch
den Schmutz so schon taten), teils vor Ungläubigkeit, dass
so etwas in der heutigen Zeit noch praktiziert wird, teils aus
Ekel und teils vor Schreck. Viele Menschen sind dort sehr, sehr
krank. Vor allen Dingen viele Frauen mit irgendwelchen Frauenkrankheiten,
viele Kinder. Zuerst versuchen sie es beim Arzt, sofern vorhanden,
das ist klar. Aber Ärzte verlangen sehr viel Geld. Teilweise
müssen die Patienten ihr ganzes Vermögen geben, für
Medikamente oder für einen Krankenhausaufenthalt im 1000
Kilometer weit entfernten Windhuk. Und oftmals werden sie da unverrichteter
Dinge wieder entlassen, weil die Ärzte nicht helfen können.
Der zweite Versuch zu einer Heilung zu gelangen, findet in den
Kirchen statt. Sie besuchen die Kirche in der Hoffnung, dort gesund
zu werden. Und wenn auch das nicht klappt, dann geht man letztendlich
zum Hexendoktor. Abgesehen davon, dass man dort nur behandelt
wird, wenn man noch Finanzen hat. Ob das nun Finanzen in Form
von Geld sind oder in Form von Ziegen oder Rindern, spielt keine
Rolle. Der Hexendoktor nimmt alles was er bekommt, und zwar in
Unsummen.
Was
passiert dort?
In
Afrika wachsen, wie wir alle wissen, viele giftige Kräuter.
Diese giftigen Kräuter werden gesammelt und zu Mus zermalmt.
Dann sucht man sich einen männlichen Ziegenbock und schneidet
diesem die Geschlechtsteile ab. Natürlich blutet das fürchterlich.
Dieses Blut wird aufgefangen und in gänsehauterregenden Zeremonien
dem Satan geweiht. Die ganze Nacht hindurch hört man diese
entsetzlichen Rufe nach den Dämonen, im ganzen Dorf. Die
Nächte dort sind wirklich stockdunkel, denn eine Beleuchtung
wie in den Großstädten gibt es nicht. Wenn man dann
das gespenstische Rufen für eine Verbindung zu Satan und
seinen Dämonen hört, läuft es einem eiskalt den
Rücken hinunter. Wenn diese Zeremonie abgeschlossen ist,
werden Schnitte in die Haut des Patienten geritzt. Bei Frauen
hauptsächlich unter der Brust. Das Fleisch wird zurückgeklappt,
der Brei, der inzwischen aus diesen giftigen Kräutern gestampft
worden ist, gemischt mit irgendwelchen Fetten, wird in die klaffende
Wunde gestrichen. Unter gemurmelten Zauberformeln und beschwörenden
Handbewegungen wird die Wunde wieder geschlossen. Danach wird
darauf eine seltsame Masse geschmiert, damit die Wunde zubleibt
und unter dieser Schicht zuwachsen kann. Diesen giftigen Brei
nennen sie "Muti" und er hat die Wirkung einer Narkose
für 24 Stunden.
In
dieser Zeit ist man absolut total ohne jeglichen Willen. In diesem
Zustand werden dem Patienten Arme und Beine auseinandergebreitet
oder bessergesagt, auseinandergezogen und festgebunden. Dann wird
ein Hund geholt und zum Verkehr mit dem Patienten gezwungen, danach
eine Ziege.
Und
es ist nicht so, dass dies etwa in Abgeschiedenheit passiert,
sondern diesen Zeremonien schauen viele , viele Menschen zu und
tanzen dazu in Extase, klatschen in die Hände und stampfen
in den Sand...
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"Brücke zwischen zwei Kontinenten" zu halten! Der
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